Elegie in Rot
Während die JVP Goethe entdeckte und „Spice ist Scheiss“ reimte, bewies Laura Rudas in Betrachtung des NR-Wahlergebnisses, dass Realitätsverlust auch ohne Drogen möglich ist: „Keine Angst, ich werde mich dem Strache spätestens bei der Wien-Wahl direkt entgegenstellen. Ich verspreche: Wir werden darum kämpfen, uns jede einzelne junge Stimme wieder zurückholen – das ist keine Frage. Das Wahlergebnis ist eine Warnung die angekommen ist, jetzt hole ich mir die Wählerinnen und Wähler zurück – egal aus welcher Position.“
Die derzeitige Position war der Grund, weshalb der Wahltermin dann doch in 2010 belassen wurde und die SPÖ Stumpfsinn achiffiert wie 
Dem ging vermutlich voraus: „Der Alltag des Bürgermeisters ist wie eine Schachtel Pralinen. Die mit Alkoholfüllung sind bereits weg.“ Wenn man schon dabei ist, sollen auch die werberischen Großtaten Faymanns nicht unerwähnt bleiben:

Insbesondere um die Arbeitsplätze bei der Gewista. Wenn die Aufträge von privater Seite schon zurückgehen, ist es beruhigend, auf die Unterstützung der SPÖ zählen zu dürfen. (Die „phase1″ im Dateinamen lässt auf Weiteres hoffen.)
Um wieder auf Rudas zurückzukommen: Im Zuge der Koalitionsverhandlungen 2006 sprach sich die Mehrheit der SJ gegen Zugeständnisse bei den Koalitionsverhandlungen aus. Rudas, als das gute Parteivorstand-Anhängsel das sie ist, meinte hingegen: „Natürlich muss man bei den Verhandlungen Kompromisse eingehen.“ (http://chilli.cc/index.php?id=64-1-436) Das Ergebnis: Die ÖVP erhielt die Agenden Inneres, Äußeres, Finanz, Wirtschaft und Familien, die SPÖ den Kanzler unter einem schwachen Gusenbauer. Aber Rudas ist nicht nachtragend, und so hatte sie der SJ bereits nach der NR-Wahl 2008 verziehen, Recht behalten zu haben: „Die SJ ist sehr kritisch, Systemen gegenüber, Entscheidungen gegenüber, der SPÖ gegenüber, auch mir gegenüber. Das ist eine Kontrolle, die gut ist. Aber im Wahlkampf hat man gesehen, dass der Zusammenhalt da ist.“ Lauras Anerkennung hat die SJ sicher gefreut, schließlich macht sich Loyalität bei der SPÖ bezahlt, besonders wenn sie den Parteioberen gilt und der Onkel Andreas Rudas heißt. Schließlich gibt es so viele „superengagierte“ und tolle Leute, „man muss sie lassen! In Wien war es damals der Bürgermeister, der gesagt hat „ich lasse eine 22-jährige Laura Rudas als Gemeinderätin zu“.“ (CHiLLi.cc) Da dauert es bestimmt nicht mehr lange, bis die Altvorderen die Jusos im Nationalrat zulassen, um sich dann von ihnen gegen den Karren fahren zu lassen.
Aber vielleicht wird’s ja was mit der Zukunftswerkstätte. Ursprünglich für Herbst ‘08 angekündigt um dann auf Weihnachten verschoben zu werden, ist es inzwischen merkwürdig still um die rote Perspektivengruppe geworden. Dabei sollen sowohl die Beteiligten als auch die Offenheit des Komitees eine Überraschung werden. Und was soll man sagen: die Beteiligten sind noch immer eine Überraschung und dass das Komitee nach wie vor so offen ist hätte auch niemand geglaubt. Obwohl, vielleicht ja eigentlich schon: denn wenn die Partei ihren Think-Tank als Ausgedinge für eine erfolglose Quereinsteigerin verwendet um ihn dann nach 20jährigem Bestehen sterben zu lassen, ist das ein gewisser Hinweis auf die innerparteilichen Priorität. Immerhin: inzwischen hat jemand bemerkt, dass auf der Website noch immer Gertraud Knoll als Hauptverantwortliche angeführt, und im Gewinnspiel Kofi Annan als UNO-Generalsekretär gefragt ist. Die Startseite wurde vor kurzem geändert, wen die alte Seite interessiert kann unter http://www.diezuk.at/ireds3/page.php?P=10173 die Entdeckungsreise beginnen.